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"Mario und der Zauberer" nach Thomas Mann im Theater Bremen

Premiere am Samstag, dem 17. Januar 2026 um 19:30 Uhr im Kleinen Haus

17.01.2026

Eine Familie im Urlaub: Sie baden im Meer, liegen am Strand und werden durch ihre bloße Anwesenheit zum Problem für die Einheimischen. Eine Atmosphäre der Beklemmung macht sich breit. Da scheint eine Zaubershow eine willkommene Ablenkung.

Die Nacht bricht an, das Spektakel beginnt. Sobald die Peitsche des Zauberers erklingt, beginnen sich die Gäste nach seinen Wünschen zu bewegen. Offenbart der Zauberer nur die Lust und den Willen der Vorgeführten? Oder formt er ihre Gedanken nach seinem Wunsch? Die Nacht wird dunkler, das Spiel grotesker. Bis der unscheinbare Mario, erst noch eingenommen vom Verführspiel des Zauberers, aufschreckt und sich aus dem Bann zu befreien versucht. Ein Schock. Eine Befreiung? Thomas Manns Novelle gilt als Analyse des aufkommenden Faschismus im Italien der 1920er-Jahre und bleibt in ihrer Auseinandersetzung mit der schleichenden Verschiebung des Sagbaren und der Verführbarkeit des Menschen ungebrochen aktuell.

Entstanden ist der Text, der momentan in Bremen auch Abiturstoff ist, 1929/30: Eine kluge und beklemmende Vorahnung mit realen Wurzeln, denn Mann beschreibt darin eine tatsächlich gemachte Reise, er spitzt nur die Erfahrungen zu.

 Wie dringt faschistisches Gedankengut in die Köpfe ein, wie ist eine solche Verführung inszeniert? Das sind auch die Fragen, die bei Kapps Inszenierung im Mittelpunkt stehen: „Wir erleben aktuell eine Destabilisierung von Wahrheit – es scheint, als sei diese gar nicht mehr von Bedeutung. Das führt zu einer gefährlichen Beliebigkeit, die wir auch in der heutigen politischen Lage in Europa beobachten.“

 Die Regisseurin Caroline Anne Kapp arbeitet zu der Kontamination von Körpern und Landschaften. Grundlage ihrer Arbeiten bilden dabei sowohl literarische Stoffe als auch historische Begebenheiten, die durch die Arbeit mit dem Ensemble neu ausgelegt werden. Caroline Anne Kapp absolvierte zunächst ein Studium der Kommunikations- und Kulturwissenschaften und führte daraufhin drei Jahre lang einen selbstorganisierten Kunstraum in Berlin. 2018 kuratierte sie das Theater- und Performancefestival NEW GREEK WAVE am Theater Bremen bevor sie im Sommer 2020 ihre Regieausbildung an der Otto Falckenberg Schule abschloss. Mit der Arbeit „Messy History Lessons“, in der sie zusammen mit ihrem Team Leerstellen weiblicher Geschichtsschreibung untersuchte, gewann sie den Jurypreis des Körber Studio für junge Regie. Ihre Werke finden in musealen wie theatralen Settings ihre Bühne, wie in der Pinakothek der Moderne, dem SPIELART München, dem Schauspielhaus Leipzig, dem MärkischenMuseum, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspiel Dortmund sowie dem Theater Oberhausen. Am Theater Bremen führte sie in der Spielzeit 2023/24 Regie bei „Don Quixote“ frei nach Kathy Acker und Miguel de Cervantes.

Mit 
Irene Kleinschmidt, Mathilda Maack, Ruben Sabel, Alexander Swoboda

Regie Caroline Anne Kapp
Bühne Amina Nouns
Kostüme Carla Renée Loose
Musik Florian Wulff
Licht Katrin Langner
Dramaturgie Johannes Schürmann

Sonntag, 25. Januar 2026, 18:30 – 19:50 Uhr / ausverkauft (Eintrag zur Warteliste) 
Freitag, 30. Januar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr / ausverkauft (Eintrag zur Warteliste) 
Mittwoch, 11. Februar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr / ausverkauft (Eintrag zur Warteliste) 
Samstag, 14. Februar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr 

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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