Trotz der fließenden Tränen seiner Exfreundin fühlt er nur Langeweile. Bevor er vor lauter Grübeln seinen Vorbildern Caligula und Nero nacheifern kann, beschließt König Peter eine Hochzeit mit der durchlauchtigsten Prinzessin Lena vom Reiche Pipi.
Leonces geistreicher Gefährte Valerio rät zur Flucht nach Italien, ehe man noch in die Verlegenheit käme, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden.
Aber die beiden sind nicht die Einzigen, die mit bemerkenswerter Entschlossenheit durch die Gedanken und Wälder irren.
Prinzessin Lena nimmt ihr eigenes Schicksal in die Hand und flieht – natürlich in Begleitung ihrer Gouvernante – vor ihrem persönlichen Hochzeitsalbtraum aus Pipi. Was folgt ist die Ironie des Schicksals: Niemand nennt Namen, aber in vino veritas. Seid gefasst auf die Verwicklungen der feinen Gesellschaft in der Liebe. Man könnte sie bedauern, würde man nicht gerade ans Essen denken...
Zum Autor: Trotz Fristverlängerung verpasste der 22-jährige Georg Büchner die Abgabe der Komödie für die Cotta’sche Preisausschreibung. Sein Werk wurde ungeöffnet zurückgesandt und die erhofften 300 Taler an einen anderen ausgezahlt.
Zeit, noch einmal den Text zu einer spitzen, dreiaktigen, politischen Satire über die Hohlheit der Herrschaftsklasse und deren dekadente Langeweile zu überarbeiten und in seinem folgend letzten Lebensjahr tatsächlich fertigzustellen.
Ein Lustspiel über zu viel Luxus und zu wenig Sinn, mit der unterschwelligen Botschaft des Vormärz:
Friede den Hütten, Krieg den Palästen!
Leonce und Lena ist eine lustige und zugleich kluge Satire. Das Stück zeigt, wie sinnlos ein Leben voller Luxus und Macht sein kann, wenn Freiheit und echte Gefühle fehlen. Es greift außerdem die Ideen des Vormärz auf und kritisiert die Herrschenden und ihre Welt.
Prinz Leonce vom Reiche Popo Philipp Rosenthal
Prinzessin Lena vom Reiche Pipi Laura Götz
Rosetta / der Präsident/ Die Gouvernante Seraina Löschau
Valerio Martin Valdeig
König Peter Dirk Löschner
Regie Ulrike Sorge
Ausstattung Alexander Martynow
Dramaturgie Hanna Rüd
Regieassistenz Tom Warschewski
VideografieRobert Thomas


