Tito übt sich in Großherzigkeit: Er vergibt seinen Gegnern und stiftet das Geld, das für den Bau eines Tempels zu seinen Ehren gedacht ist, für die Opfer des letzten Vesuvausbruchs. Auch Servilia, die er aus Gründen der Staatsraison heiraten wollte, gibt er frei, als ihr Geliebter Annio ihn darum bittet. Nur gegen den heimlichen Zorn Vitellias, die ihn und die Mitregentschaft für sich beansprucht und seinen Freund Sesto zu Mord und Aufruhr anstiftet, ist er nicht gewappnet. Schon steht das Kapitol in Flammen.
Als Sesto gesteht, Urheber des Aufstandes zu sein, steht Tito vor der Entscheidung, das Todesurteil des Senats zu unterzeichnen oder die sprichwörtliche Milde walten zu lassen.
Als Krönungsoper anlässlich der Krönung Kaiser Leopolds II hatten die böhmischen Stände das Werk beauftragt – eine Krönung, die Joseph II. noch verweigert hatte. La Clemenza di Tito war von den von Klerus und Adel dominierten Ständen auch als ein Appell an die Milde Leopolds in dem Sinn gemeint, dass sie sich die Rücknahme der zentralistischen Reformen Josephs II. zugunsten regionaler Privilegien erhofften. Eine Hoffnung, die enttäuscht wurde.
Gegenüber der Metastasio-Fassung fällt an der Oper des Freimaurers Mozart, die immerhin im Angesicht der Französischen Revolution uraufgeführt wurde, auf, dass die Milde des Herrschers nicht mehr aus dessen Gottesgnadentum, sondern aus seinen eigenen moralischen Überzeugungen erklärt wird.
OPERA SERIA in zwei Akten
Text Pietro Metastasio in einer Bearbeitung von Caterino Tommaso Mazzolà
Sprache Italienisch
Musikalische Leitung Pablo Heras-Casado
Inszenierung Jan Lauwers
mit Katleho Mokhoabane (Tito), Hanna-Elisabeth Müller (Vitellia), Florina Ilie (Servilia), Emily D’Angelo (Sesto), Alma Neuhaus (Annio), Matheus França (Publio)
Termine → La clemenza di Tito
9., 12., 16., 21., 24. & 27. März 2026
Sprache Italienisch


