Unschuldig, behauptet Walter Jens in seiner „Verteidigungsrede des Judas Ischariot“, und die Beweislage ist klar. Er lässt den Angeklagten selbst zu Wort kommen, den Menschen, ohne den der christliche Märtyrer-Mythos nicht erzählt werden könnte. Mit (theo-)logischer Gnadenlosigkeit und Leidenschaft verteidigt Judas seine Entscheidungen, hadert, zweifelt, prangert jahrtausendalten christlichen Antisemitismus an, fordert alle, die ihn hören, zum Denken auf – und sieht sich schlussendlich gezwungen, die Frage nach seiner Rolle im göttlichen Plan noch einmal ganz neu zu stellen …
„Judas“ ist ein pointiertes, sezierendes Stück Literatur; vor allem ist es ein nachdrückliches Plädoyer dagegen, Menschen oder Menschengruppen zu Sündenböcken zu machen. Das Team aus Regisseur Tim Adam und Schauspieler Marek Egert, die bereits gemeinsam mit „Die Welt im Rücken“ die Gewölbe-Bühne zum Beben brachten, erzählen die Geschichte des vermeintlichen Verräters mit neuer Unmittelbarkeit und Greifbarkeit. Bibellektüre auf Hochspannung!
Regie: Tim Adam
Bühne & Kostüm: Anaïs Buzduga
Dramaturgie: Lea Mantel
Besetzung: Marek Egert
Sa. 31.10. 20:00
So. 01.11. 19:00
Fr. 06.11. 20:00
Sa. 07.11. 20:00
Di. 10.11. 20:00
Do. 19.11. 20:00
Fr. 20.11. 20:00
So. 22.11. 19:00
Do. 26.11. 20:00
Fr. 27.11. 20:00
Sa. 28.11. 20:00
Di. 08.12. 20:00
Mi. 09.12. 20:00

