Im norwegischen Original trägt das Stück den Titel «Gengangere» – Wiedergänger. Diese Wiedergänger sind Prägungen, normative Muster, die wir aus Familie und Umfeld übernehmen, erklärt Regisseur Björn Gabriel, Die Figuren ringen darum, ihr Leben selbst zu bestimmen. Sie wollen ankommen – und müssen dafür verstehen, was sie bisher gebunden hat.
Als das Drama 1881 erschien, löste es einen Skandal aus; erst 1883 wurde es in Chicago uraufgeführt. Seine Sprengkraft liegt bis heute in der Genauigkeit, mit der es innere Konflikte offenlegt. Wir leben in einer Zeit veränderter Wahrnehmung, so Gabriel. Zwischen Vergangenheit, Gegenwart und digitalen Impulsen entsteht ein permanenter Druck. Uns interessiert, wie Menschen darin Haltung entwickeln. Die Inszenierung überträgt Ibsens psychologischen Realismus in eine zeitgenössische Bildsprache – präzise und klar.
Gemeinsam entwickeln Gabriel und Jan van Putten eine Live-Film-Ästhetik, die Nähe schafft und das Spiel der Schauspielenden ins Zentrum rückt. Großformatige Projektionen zeigen Gesichter in feinsten Abstufungen. Wir kommen den Darstellenden sehr nah, sagt van Putten, Man sieht jede Nuance. Das verstärkt die Intensität des Spiels. Auch klanglich entsteht eine dichte Atmosphäre. Van Putten komponiert eigene Soundflächen und bearbeitet musikalische Motive, die Szenen verbinden und Stimmungen schärfen: Es geht darum, eine Raumatmosphäre zu schaffen, die trägt – manchmal mit minimalen Mitteln.
Ibsen gilt als Wegbereiter des psychologischen Realismus und als Autor, der Frauenfiguren selbstbewusst ins Zentrum rückte. In GESPENSTER entwirft er das Porträt einer Frau, die gesellschaftliche Konventionen kritisch prüft und Verantwortung übernimmt – ein Thema, das bis heute bewegt.
Deutsch von Coletta Bürling und Werner Buhss.
Inszenierung_Bühne_Video Björn Gabriel
Videoart_Sounddesign Jan van Putten
Kostüme Anna Marienfeld
Dramaturgie Laura Ritter
Besetzung Florian Bender, Gregor Eckert, Katharina Hannappel, Niclas Kunder, Ivana Langmajer
Weitere Termine | Sa 14. März | 20 Uhr | So 15. März | 18 Uhr [+17 Uhr Einführung] |


