Die internationale Kooperation mit der griechischen Theatercompany Spectrum Amke nimmt La Haine als Ausgangspunkt, um gegenwärtige Formen des Lebens am Rand der Gesellschaft zu untersuchen. Neu geschriebene Texte aus dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der Friedrich-Schiller-Universität Jena übertragen Motive, Figuren und Konflikte des Films in die heutige Realität der Jenaer Peripherie. Es entstehen Szenen von Jugendlichen zwischen Herkunft und Herkunftslosigkeit, zwischen Plattenbau und globalen Bilderströmen, zwischen gesellschaftlicher Unzufriedenheit und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Denkweisen. Der eigens für die Inszenierung entwickelte Hip-Hop-Soundtrack des Künstlers Sorbas knüpft an die musikalische DNA von »La Haine« an, in dem Rap als Stimme der Straße, als Ausdruck von Widerstand und Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielt.
Dabei geht es nicht um eine Nacherzählung des Films, sondern um seine Aktualisierung: Was bedeutet Hass heute? Wer darf sprechen, wer wird gehört, wer verschwindet aus dem Bild? Wie verändern sich Gewalt, Widerstand und Solidarität in einer Zeit sozialer Medien, verschärfter Ausgrenzung und politischer Radikalisierung?
Nach dem ersten Theateraustausch mit dem Örkény Színház in Budapest setzt das Theaterhaus in dieser Spielzeit seine internationale Zusammenarbeit mit Spectrum AMKE fort. Parallel zur Jenaer Produktion entsteht im Theatro Technis in Athen die Inszenierung »24 hours in a world that doesn’t belong to us« (Premiere: 16. Februar 2026, Regie: Pantelis Flatsousis). Beide Produktionen werden mit Künstler*innen aus Griechenland und Deutschland entwickelt und jeweils in der Partnerstadt gezeigt.
Theateraustausch Jena-Athen in Kooperation mit Spectrum AMKE und Theatro Technis Kooperation mit dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der FSU Jena
auf Deutsch, Rumänisch und Griechisch – mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung: ab 16 Jahre
Es spielen: Ioana Nițulescu, Anna Maria Papaioannou, Florian Thongsap Welsch
Konzept, Bühne, Regie: Daniele Szeredy
Konzept, Dramaturgie: Josef Bäcker
Video: Gelly Pedefu
Live-Musik: Simon Schwan (Sorbas)
Kostüm: Shayenne Di Martino
Regieassistenz: Ioanna Lioutsia
Ausstattungsassistenz: Lenni Hofer
Produktionsleitung: Maria Bornhorn


