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Georg Büchners „Woyzeck“ im Hans Otto Theater, Potsdam

05.03.2010

Premiere am 12. März 2010 um 19:30 Uhr in der Reithalle

Der einfache Soldat Woyzeck irrt durch sein Leben als metaphysisch Obdachloser, auf der Suche nach Sinn, Substanz, Bedeutung. Er wird nicht fündig.

Sein Soldatenleben besteht aus den Schikanen des Hauptmanns. Die

Gelegenheitsarbeit, die er annehmen muss, um seine Gefährtin Marie und das

gemeinsame Kind zu ernähren, degradiert ihn zum Versuchsobjekt eines zynischen Arztes, der seinen blinden Fortschrittseifer über den Dienst am leidenden Menschen stellt. Selbst die Liebe wird zur Qual, als Marie sich mit dem Tambourmajor einlässt.

Überhellwach lauscht Woyzeck seinen inneren Stimmen. Sie malen ihm die Welt in heillos fahlen und blutroten Farben, befehlen ihm den Griff zum Messer, drängen ihn zur befreienden Tat –sein unschuldiges Heilsverlangen schlägt in schuldhaftes Handeln um. Woyzeck ersticht Marie, das Liebste, das Einzige, das er hat.

Mit seinen hellsichtigen, formal visionären Stückentwürfen wurde der Arzt und

Dichter Georg Büchner zum ersten Dramatiker der Moderne. Als er 1837

dreiundzwanzigjährig starb, hinterließ er das Stück, das später den Titel „Woyzeck“ erhalten sollte, als ungeordnetes Arbeitsfragment auf einzelnen Papierbögen. Fast einhundert Jahre später wurde es wiederentdeckt und erstmalig veröffentlicht.

Julia Hölscher

arbeitete zunächst als Regieassistentin beim Film in München, studierte dann

Operngesang in Hamburg und wechselte 2003 zum Regiestudium an die

Theaterakademie Hamburg. Noch während des Studiums machte sie mit

Regiearbeiten am St. Pauli Theater in Hamburg („Maria Stuart“ von Friedrich

Schiller) und am schauspielhannover („Populärmusik aus Vittula“ nach Mikael

Niemi) auf sich aufmerksam. 2006 wurde sie für ihre Inszenierung „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ nach dem Film von Aki Kaurismäki im Hamburger „Körber Studio Junge Regie“ als beste Nachwuchsregisseurin ausgezeichnet. 2007 erarbeitete sie am schauspielhannover als Diplominszenierung die Uraufführung „Ich bin nur vorübergehend hier“ von Tankred Dorst. Es folgten Inszenierungen am schauspielfrankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am schauspielhannover und anderen Bühnen. Seit der Spielzeit 2009/2010 ist sie Hausregisseurin am Staatsschauspiel Dresden.

Mit: Simon Brusis (Woyzeck)//Nele Jung (Marie)// Michael Schrodt (Hauptmann) //Christoph Hohmann (Arzt)// //Florian Schmidtke (Tambourmajor)//Sabine Scholze (Andres)

Regie: Julia Hölscher

Ausstattung: Mascha Schubert

Musik: Tobias Vethake

Vorstellungen

* 12. März ’10 › 19.30 Uhr

* 13. März ’10 › 19.30 Uhr

* 20. März ’10 › 19.30 Uhr

* 22. März ’10 › 19.30 Uhr

* 26. März ’10 › 19.30 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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