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"Die Verwandlung" - Schauspiel nach Franz Kafka - Anhaltisches Theater Dessau

Premiere 20. Feb.2026, 20 Uhr, Altes Theater/Studio

20.02.2026

»Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.« Mit diesen berühmten Worten beginnt eine der wohl vielschichtigsten und ikonischsten Parabeln der Weltliteratur. Der junge Handelsreisende Gregor Samsa, der allein für den Unterhalt seiner Eltern und seiner Schwester Grete aufkommt, sieht sich eines Morgens in ein Ungeziefer verwandelt und muss miterleben, wie diese Verwandlung in seinem Umfeld Abscheu, Verachtung und Angst hervorruft.

© Claudia Heysel

Unfähig, in seinem Zustand weiter zur Arbeit zu gehen und seine Familie zu versorgen, wird der Zweck seines zunehmend als parasitär gesehenen Daseins immer weiter hinterfragt. Selbst Grete, die sich trotz ihrer Angst anfangs noch um Gregor kümmert, ihm Essen bringt und sein Zimmer in Ordnung hält, entfremdet sich mit der Zeit immer mehr von ihrem Bruder. Am Ende stirbt Gregor, von einer schweren Verletzung durch den eigenen Vater geschwächt, einsam und verwahrlost in seinem Zimmer. Beim Rest der Familie weicht ein kurzer Moment der Trauer schnell der Erleichterung. Sie kann sich nun, nach Gregors Tod, einem Neuanfang zuwenden.

Franz Kafkas 1912 entstandene Erzählung Die Verwandlung beschäftigt sich mit Fragen wie dem Nützlichkeitsdenken in unserer modernen Gesellschaft sowie dem Umgang mit Einsamkeit, Angst, Isolation und der Entfremdung vom eigenen vertrauten Umfeld, die aus den vielfältigsten Gründen entstehen kann. Was passiert mit einem Menschen, wenn er nicht mehr der Norm und den Erwartungen der Gesellschaft entspricht? Wenn er als parasitär, verachtenswert oder monströs wahrgenommen und aufgrund dessen erniedrigt und zunehmend aus der sozialen Teilhabe verdrängt wird? Wenn er in den Augen der Gesellschaft nicht mehr von Nutzen ist? Die Fragen, mit denen sich Kafkas ikonischer Text befasst, ermöglichen eine Vielzahl an Deutungsaspekten, die dazu herausfordern, sich immer wieder neu mit ihm auseinanderzusetzen.

Inszenierung und Textfassung Leonie Thies
Bühne und Kostüme Tame Priwitzer
Dramaturgie Erik Körner

Mit Isa Weiß , Jan-Eric Meier , Edgar Sproß

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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