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Das Thalia Theater am Gerhart-Hauptmann-Platz Hamburg eröffnete eine multimediale Installation im Gedenken an die Menschen, die in Deutschland durch rechtsextrem motivierte Gewalt ermordet wurden.

seit 19. Februar um 19 Uhr

20.02.2026

Anlass ist der sechste Jahrestag des faschistischen Anschlags in Hanau, bei dem neun Menschen ermordet wurden. Dieser erschütterte weit über die Stadt hinaus die Gesellschaft und machte erneut sichtbar, wie alltäglicher Rassismus in tödliche Gewalt umschlagen kann. Er steht in Kontinuität zu rechtsextremen Gewalttaten in Deutschland, zu denen auch die Brandanschläge von Mölln (1992) und Solingen (1993) gehören.

© Thalia Theater Hamburg



 

Die Installation des Thalia Theaters, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe Erinnern  entstand, macht die Namen der Ermordeten sichtbar und hörbar. Sie befindet sich an der Außenfassade des Theatergebäudes, direkt an der Ecke Alstertor / Gerhart-Hauptmann-Platz und ist dort jederzeit zugänglich und sichtbar. Auf einem Metallsockel sind die Namen von Todesopfern eingraviert, zudem markiert eine Lichtsäule den Erinnerungsort.

Insgesamt erinnert die Installation an 479 Menschen, die seit 1945 durch faschistische und rechtsextreme Gewalt in Deutschland ermordet wurden. 414 Namen sind auf dem Metallsockel gelistet; 65 weitere Opfer sind bis heute nicht namentlich bekannt. Die Liste beginnt mit einem Mord im Jahr 1950 und verweist zugleich auf die Lücken der Erinnerung. Insbesondere für die frühe Nachkriegszeit und die Phase der DDR ist von einer großen Dunkelziffer auszugehen. Die Zahlen basieren auf einer Recherche des Instituts für Sozialforschung der Universität Frankfurt.

Ergänzt wird die visuelle Ebene durch eine Audioinstallation: Die Namen der Ermordeten wurden von Schauspieler*innen aus dem Ensemble des Thalia Theaters eingesprochen und sind so im Stadtraum hörbar. Ziel ist es, die Opfer nicht als abstrakte Zahlen erscheinen zu lassen, sondern als Menschen mit individuellen Biografien, Hoffnungen und Leben. 

Die Liste der Ermordeten sowie die Audio-Installation sind auch auf der Website des Thalia Theaters abrufbar: 
thalia-theater.de/erinnern

Konzipiert und entworfen wurde die Installation von der Ausstattungsleiterin des Thalia Theaters, Lani Tran-Duc. „Es ging darum, einen Ort zu schaffen, der sich zurückhält und dennoch eine klare Präsenz im öffentlichen Raum entfaltet“, so Tran-Duc. „Nicht nur Theaterbesucher*innen, sondern alle Menschen, die sich in der Stadt bewegen, sollen mit der Realität rechtsextremer Gewalt konfrontiert werden.“ 

Für Intendantin Sonja Anders ist das ein wichtiges Zeichen: "Theater sind seit je her Orte des Dialogs und kollektiven Erinnerns. Ich bedanke mich besonders bei den vielen Mitarbeitenden des Hauses, die an der Konzeption und Umsetzung gearbeitet haben. Mit dieser Installation möchten wir ein weiteres Mal dazu aufrufen: Gemeinsam gegen Faschismus und Gewalt!"

Ort: vor dem Thalia Theater (Ecke Alstertor / Gerhart-Hauptmann-Platz)
Konzept und Gestaltung: Lani Tran-Duc 
Mit Stimmen von: Caroline Junghanns, Sinan Gülec, Oda Thormeyer, Bernd Grawert, Torben Kessler, Nellie Fischer-Benson, Franziska Machens, Oliver Mallison, Cennet Voß, Moné Sharifi 
 

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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