Nachts zuvor nämlich hat er die junge Eve bedrängt und ihr einen perfiden Deal aufgenötigt – die Rettung ihres Verlobten Ruprecht vor dem Militärdienst. Auf frischer Tat ertappt, springt er überstürzt aus dem Fenster, wobei nicht nur der titelgebende Krug zu Bruch geht, sondern auch Adams Perücke und seine Würde.
Was folgt, ist ein juristisches Possenspiel voller Komik und Tragik zugleich: Eve schweigt aus Angst, während Adam mit dreisten Lügen versucht, Ruprecht als Schuldigen hinzustellen. Doch unter den wachsamen Augen des angereisten Gerichtsrates Walter beginnt sein kunstvoll errichtetes Lügengebäude zusammenzubrechen. Die dörfliche Gemeinschaft sieht sich plötzlich vor der unangenehmen Wahrheit, dass jene, die Recht sprechen sollten, selbst das Unrecht verkörpern.
Kleists 200 Jahre alte Justizkomödie entlarvt mit bissigem Witz die Mechanismen männlicher Machtausübung und institutioneller Selbstschutz-Reflexe. Eine erschreckend aktuelle Parabel über Nötigung im Amt, Täter-Opfer-Umkehr und eine Gesellschaft, die trotz besseren Wissens lieber wegschaut. Oder wie es so schön heißt: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand – doch manchmal hilft nur die entschlossene Konfrontation mit der Wahrheit, um die zerbrochene Gerechtigkeit wiederherzustellen.
Inszenierung: Sebastian Sommer
Bühne: Robin Metzer
Kostüme: Wicke Naujoks
Dramaturgie: Anna-Lena Kühner
Mit: Matze Vogel, Hannah Candolini, Matthäus Zaborszyk, Boris Keil, Philine Bührer, Nicola Lembach, Christin Wehner
Sa 11.04.2026 19.30 Uhr
So 12.04.2026 19.30 Uhr
Di 14.04.2026 19.30 Uhr
Mi 15.04.2026 19.30 Uhr
Do 16.04.2026 19.30 Uhr
Fr 17.04.2026 19.30 Uhr
Einführungen jeweils 19.00 Uhr (Premiere ausgenommen)
Workshop zur Inszenierung am 11. April 2026, 17.00 Uhr
Theatergottesdienst am 12. April 2026, 11.00 Uhr


