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47. Berliner Theatertreffen der Jugend

30. Mai bis 6. Juni 2026

Sieben Ensembles über die Krisen der Gegenwart und über die Zukunft: Das Theatertreffen der Jugend zeigt sieben Produktionen aus fünf Bundesländern. Im Zentrum der Inszenierungen aus Berlin, Cottbus, Düsseldorf, Göttingen, Köln und Stuttgart steht die Zukunft im Kontext von Flucht, Migration und Polykrisen, die Identitätsentwicklung unter dem Einfluss von Social Media sowie die Suche nach zukünftigen Rollenbildern und einem Platz in der Gesellschaft als junge Menschen mit und ohne Behinderung.

© Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium Berlin
 


 

Auch die Erinnerung an die Vergangenheit wird zur wichtigen Arbeit an der Gegenwart. Die von der Fachjury ausgewählten Inszenierungen zeigen eine Generation von bewussten und reflektierten jungen Künstler*innen, die die Bühne mit dem Gefühl der tiefen Notwendigkeit ihrer Anliegen betreten. 

Bei der Eröffnung am 30. Mai im Haus der Berliner Festspiele stellen sich die ausgewählten Preisträger*innen dem Publikum vor. Der vollständige Spielplan ist auf der Website veröffentlicht, der Ticketverkauf hat begonnen. Ein Rahmenprogramm mit Konzert, Lesung, Talk und Partys ergänzt das Line-up.

2026 widmen sich die Treffen junge Szene insbesondere den Zukunftsperspektiven und der politischen Dimension junger Kunst. Dies wird bereits durch die Inhalte der eingeladenen Produktionen deutlich. Das Theatertreffen der Jugend setzt sich darüber hinaus dafür ein, das Verständnis zu stärken, dass kreative Förderung zur umfassenden Bildung junger Menschen beiträgt und eine unerlässliche Investition in die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft ist. Den spürbaren Verunsicherungen junger Theaterkünstler*innen begegnet das Theatertreffen der Jugend praktisch mit seinem Workshop- und Diskurs-Programm: Dort werden konkrete theatrale Techniken und Formate vorgestellt, mit denen die darstellende Kunst gesellschaftlich sichtbar wird, wirksam Inhalte vermittelt, und aktivistisch produktiv werden kann. 
 

Bühnenprogramm

Der Eröffnungsabend am 30. Mai beginnt mit Musik von Annemary, Preisträgerin des Treffen junge Musikszene 2025. Weitere Gäste sind Dr. Markus Braig, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele, und Susanne Chrudina, Leiterin der Treffen junge Szene. Die Moderation übernehmen Estera Sara Stan und Lene Wollwerth. Anschließend folgt der Auftakt des Bühnenprogramms mit der Inszenierung ALICE im Wunderl@nd. Die Schüler*innen der IGS Göttingen-Geismar zeigen das Wunderland musikalisch untermalt von der Band BanJo als digitales Rabbit Hole und thematisieren Einflüsse von Social-Media-Plattformen auf die Identitätsentwicklung junger Menschen und die Angreifbarkeit von demokratischen Wertevorstellungen. 

Am 31. Mai blickt die Theatergruppe des Piccolo Jugendclubs aus Cottbus kritisch auf Erinnerungskultur. Das Stück ANNE ist ein dokumentarischer Theaterabend nach dem Tagebuch von Anne Frank, die in Amsterdam mit ihrer Familie untertauchte und 1945 von den Nazis im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde. Im Zentrum stellt das Ensemble die Frage, wie Rituale der Erinnerung durchbrochen werden können, um zu einer tatsächlichen Erinnerung als Arbeit an der Gegenwart zu gelangen. 

Der DS-Kurs des Berliner Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums zeigt am 1. Juni Mission (im)possible – in the end lies the beginning und kommentiert die konstant krisengeprägte Weltlage, der auch junge Menschen ausgesetzt sind. Auf der Suche nach einem Umgang mit Katastrophen zerlegen die Schüler*innen das Konzept von Held*innenschaft in einer performativen Versuchsanordnung. Sie zeigen ihre Schwächen, Alltagskämpfe, Widersprüche – und dass sie vor allem eins brauchen: einander. 

Musikalisch wird es am 2. Juni mit Zum Lachen in den Keller. Das Ensemble des Stuttgarter LABYRINTH Theaters fragt, was es heißt, erwachsen zu werden und wie Flucht- oder Migrationserfahrung diesen Prozess prägen. Die Jugendlichen finden in Musik, Tanz, Theater und Figurenspiel Ausdruck für ihre Themen – eine bewegende Reise in die verborgenen Räume der inneren Welten. 

Um große Fragen geht es auch der Theatergruppe junges RZt des Berliner RambaZamba Theaters. Am 3. Juni präsentieren sie das Stück FRISCH gefragt!, das vom berühmten Fragebogen von Max Frisch ausgehend eigene Fragestellungen über Glück, Träume, Zweifel und Widersprüche entwickelt. Auf der Bühne entsteht eine Collage aus Text, Bewegung sowie Video, Sound und Visuals – und aus großen Fragen, die bewusst offen bleiben. 

Am 4. Juni folgt die Inszenierung TRAUER//FALL von der Gruppe POLYLUX, Schauspiel Köln. Die Schauspieler*innen beschäftigt der gesellschaftliche Umgang mit persönlicher und politischer Trauer und die Frage nach der Herkunft von Tätern oder Opfern. Zwischen der eigenen Körperlichkeit, Traurigkeit und Trost, Wut und Akzeptanz, sucht POLYLUX nach einem kollektiven Weg, Trauer zu begegnen: „Sag mal, Deutschland, warum weinst du nicht?“ 

Das deutsch-griechische Künstler*innenkollektiv waltraud900, Forum Freies Theater Düsseldorf, begegnet am 5. Juni mit APOLLON – STOP TRYNA BE GOD der Männlichkeit. Männlich gelesene Tanzende zwischen 15 und 20 Jahren mit unterschiedlichen kulturellen Perspektiven erforschen die Mechanismen von Männlichkeit. Gemeinsam rechnen sie mit Zeus ab, zerlegen männliche Rollenbilder und setzen sie neu zusammen. Auf diesen mythologischen Abschluss folgt die große Abschlussparty für alle Teilnehmenden und Gäste.
 

 
 
 

Rahmenprogramm

Parallel zum Bühnenprogramm findet ein Rahmenprogramm mit Theaterschaffenden und ehemaligen Teilnehmenden der Treffen junge Szene statt: Am 1. Juni tritt die Band PoeZ auf der Club-Bühne auf. Am 3. Juni lesen im Rangfoyer die ehemaligen Preisträger*innen des Treffen junger Autor*innen unter dem Titel Zukunft bauen!. Zum Thema Performing Protest – Theaterpraxis mit Haltung findet am 5. Juni ein Talk von jungen Künstler*innen zu künstlerischem Aktivismus, Hoffnung und politischen Ausdrucksformen statt. Am 31. Mai und am 4. Juni gibt es beim Jury-Sofa die Gelegenheit, Vertreter*innen der Jury kennenzulernen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

 

Magazin und Festivalzeitung

Das Magazin stellt die Ensembles und ihre Produktionen vor und erscheint zu Festivalbeginn. Zudem begleiten auch in diesem Jahr ehemalige Preisträger*innen des Treffen junger Autor*innen das Programm mit der täglich erscheinenden Festivalzeitung.
 

 
 

Mediathek der Berliner Festspiele

Sämtliche Produktionen des Theatertreffen der Jugend sowie ausgewählte Veranstaltungen des Rahmenprogramms werden noch während des Festivals in der Berliner Festspiele Mediathek veröffentlicht und stehen für ein Jahr zum Nachschauen bereit.
 

Die Treffen junge Szene

Mit den Treffen junge Szene in vier Sparten bieten die Berliner Festspiele der jungen Kunst eine Plattform im jährlichen Programm: Nach dem Theatertreffen der Jugend Anfang Juni findet vom 26. September bis 2. Oktober 2026 das Tanztreffen der Jugend im Haus der Berliner Festspiele statt. Vom 25. bis 30. November 2026 folgen das Treffen junge Musikszene und das Treffen junger Autor*innen, die parallel im Haus der Berliner Festspiele stattfinden und ein geballtes Programm mit Konzerten, Diskussionen und Lesungen präsentieren. Bewerbungen für beide Treffen sind ab sofort bis Juli möglich.

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