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Wolfgang Amadeus Mozart, "Don Giovanni", Oper Köln

Premiere am Sonntag, 09. März 2025 um 18 Uhr im Staatenhaus Saal 2

Er ist der wohl bekannteste Playboy aller Zeiten: Don Giovanni. Laut seinem Diener Leporello soll er allein in Spanien 1.003 Frauen erobert haben. Doch wer ist Don Giovanni wirklich? „Chi son io tu non saprai“, so scheint er selbst zu Beginn des Stücks gegenüber Donna Anna darauf Antwort zu geben, nachdem er versucht hat, sie mit Gewalt für sich zu gewinnen. „Wer ich bin, das wirst du nicht erfahren.“

Copyright: Sandra Then

In der Tat entzieht sich sein Charakter jeglicher genauen Definition, stets bleibt er wandel- und unberechenbar. Denn Don Giovanni ist eine Figur ohne Bewusstsein. Er ist das Prinzip, das die menschlichen Fragen nach Gut und Böse, Lust und Pflicht, Grenzüberschreitung und Strafe aufwirft. Wenige Augenblicke später eskaliert ein Duell zwischen Don Giovanni und dem Komtur, Donna Annas Vater, das für letzteren tödlich endet. Don Giovanni aber empfindet keine Reue und stürzt sich voller Tatendrang und Lebenslust in neue Liebesabenteuer. Donna Elvira und Zerlina sollen seine nächsten Opfer werden. Doch das Netz seiner Verfolger*innen zieht sich immer enger zusammen …

„Don Giovanni“ ist nach „Le nozze di Figaro“ die zweite große Zusammenarbeit von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Textdichter Lorenzo da Ponte. Die Uraufführung am 29. Oktober 1787 am Prager Nationaltheater erfreute sich so großer Beliebtheit, Mozart selbst berichtet in einem Brief, dass es „lautesten beyfall“ gegeben habe, dass Kaiser Joseph II. den ausdrücklichen Wunsch äußerte, die Oper auch in Wien aufzuführen. Nachdem Mozart einige Umarbeitungen vorgenommen hatte, feierte „Don Giovanni“ am 7. Mai 1788 seine Wiener Premiere. Da Ponte greift in seinem Libretto das Werk Tirso de Molinas auf, auf dem auch Molières „Don Juan“ basiert. Aber es ist vor allem die Musik Mozarts, die der Handlung eine metaphysische Dimension verleiht, die Don Giovanni zur Verkörperung der Sinne werden lässt – zum Impuls für das Leben selbst.

Regisseurin Cecilia Ligorio kehrt nach ihrer erfolgreichen Inszenierung von „La Cenerentola“ gemeinsam mit ihrem Team zurück an die Oper Köln und hinterfragt den Mythos „Don Giovanni“ auf eine heutige Art und Weise aus weiblicher Sicht. Der gefeierte Mozart-Dirigent Tomáš Netopil erweckt die Partitur am Pult des Gürzenich-Orchesters musikalisch zum Leben.

Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung
Tomáš Netopil
Inszenierung
Cecilia Ligorio
Bühne
Gregorio Zurla
Kostüme
Vera Pierantoni Giua
Choreographie
Daisy Ransom Phillips
Licht
Andreas Grüter
Chorleitung
Rustam Samedov
Dramaturgie
Svenja Gottsmann

Don Giovanni
Seth Carico
Donna Anna
Kathrin Zukowski / Emily Hindrichs
Don Ottavio
Dmitry Ivanchey
Komtur
Christoph Seidl
Donna Elvira
Valentina Mastrangelo / Judith van Wanroij
Leporello
Adrian Sâmpetrean
Masetto
Wolfgang Stefan Schwaiger / William Socolof
Zerlina
Giulia Montanari / Maria Koroleva

Chor
Chor der Oper Köln
Orchester
Gürzenich-Orchester Köln

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