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VERBINDUNG ZWEIER KOMPONISTEN -- Konzert "Eight Seasons" mit The Twiolins im Kronenzentrum BIETIGHEIM-BISSINGEN

am 10.10. 2024

Der Venezianer Antonio Vivaldi und der Argentinier Astor Piazzolla standen im Mittelpunkt des Programms "Eight Seasons" des Ensemble "The Twiolins" mit Marie-Luise und Christoph Dingler (Violine). Die beiden hochbegabten Geschwister (die unter anderem sogar für den "Opus Klassik" nominiert wurden) interpretierten ein Programm zwischen Piazzollas "Tangos" und Vivaldis "Vier Jahreszeiten", das sehr reizvoll war.

Copyright: Robert Just


"Frühling", "Sommer", Herbst" und "Winter" spielten bei Vivaldi eine  überragende Rolle. So wechselten die Ritornell-Abschnitte ihren Charakter, der sich dynamisch immer wieder veränderte. Festliche Klangpracht, reizvolle Al-fresco-Wirkungen sowie vollendete formale Ausgeglichenheit stachen bei diesem wechselvollen Violinspiel wiederholt nuancenreich hervor. Der Gewittersturm im "Frühlings"-Allegro überraschte mit einem reizvollen Tremolo, das sich behutsam steigerte. Und im Largo griff Vivaldi die Form der Pastorale auf, was die beiden Musiker höchst eindringlich zu Gehör brachten. Und auch die schleppenden Akkorde des Sommers hatten es in sich. Virtuose Tonleitern und Arpeggien beschrieben Mückenschwärme und ein drohendes Gewitter. Und auch der Erntetanz des "Herbstes" kam ausgesprochen ausgelassen daher. Aus dissonanten Akkorden entwickelte sich konsequent die Melodie. Die Staccati des "Winters" wurden höchst facettenreich dargeboten. Das Ritornell versuchte dabei der eisigen Kälte zu trotzen.

In Kontrast hierzu stand in Astor Piazzollas "Las Cuatro Estaciones Portenas" ("Die vier Jahreszeiten in Buenos Aires") das glutvolle Erleben der Jahreszeiten in der argentinischen Millionenstadt Buenos Aires gegenüber. Hier offenbarte sich ein ganz eigener Rhythmus der Tangomusik. Heiße Sommernächte werden mit reizvollen Glissando- und Pizzicato-Passagen beschrieben. Das Klangbild wirkte ausgesprochen farbig. Bekannte Stücke wie "Oblivion" und "Adios Nonino" wurden präzise akzentuiert. Der Tango als argentinische Hymne prägte sich tief ein.
Weniger bekannte Tangos und Milongas folgten. "Mi Exaltacion" und "Buenos Aires Hora Cero" erschienen mit zahlreichen Synkopen ausgesprochen schillernd.

Als Zugabe gab es noch das "Albumblatt für Elise" von Ludwig van Beethoven in der ungewöhnlichen Fassung für zwei Violinen sowie eine "Fiddle"-Nummer im Stil irischer Folklore. Das Duo ist unter anderem mit der Philharmonie Baden-Baden, dem Württembergischen Kammerorchester sowie im SWR aufgetreten. Ihre Geigen stammen aus dem Meisteratelier Martin Schleske. Begeisterter Schlussapplaus. Erschienen ist auch das Kinderbuch "Hurra, wir spielen ein Konzert" von Marie-Luise Dingler, das von Anne-Sophie Mutter gelobt wurde.
 

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