
Der Journalist Jürgen Berger und die polnische Regisseurin Anna Karasińska begeben sich auf Spurensuche für einen Theaterabend, der Demenzerkrankungen und den damit verbundenen Herausforderungen für Angehörige und Pflegepersonal nachgeht. Ihre Recherche führt sie nach Baan Kamlangchay am Rand der thailändischen Stadt Chiang Mai. Dort wurde eine Einrichtung geschaffen, die keinen Pflegenotstand kennt: Alle deutschen und Schweizer Gäste haben hier drei Betreuer*innen, oft sind weniger Medikamente nötig und auch die Lebenserwartung ist höher. Dabei sind die Pflegekosten bei Weitem nicht so hoch wie in Deutschland.
«Das Gedächtnis fasziniert mich als magische Verbindung zwischen allem, das wir als menschlich ansehen. Es zu verlieren heißt nicht nur, Beziehungen zu verlieren, sondern auch die Identität und den Bezug zum ganzen Universum der Bedeutung. Das versuche ich auch in meiner Theaterarbeit: Dem Publikum die Gelegenheit zu geben, felsenfest geglaubte Erzählungen darüber, was die Realität ist, infrage zu stellen. Die Welt von Baan Kamlangchay macht genau das: Sie verspricht eine geradezu himmlisch schöne Lösung für das Problem der Betreuung von Demenzpatient*innen. Dennoch besteht das Leben dort aus denselben Situationen, die zwischen allen Demenzkranken, ihren Familien und Betreuenden entstehen, und zeigt ihre Absurdität genauso wie die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz.» Anna Karasińska
Künstlerische Leitung
Inszenierung, Bühne, Kostüme Anna Karasińska
Mitarbeit Bühne Cordelia Berschinski
Mitarbeit Kostüm Anna Gillis
Sounddesign Konrad Błaszczyk
Licht Barbara Westernach
Choreografie Anna Nowicka
Dramaturgie Katrin Michaels
Mit: Sibylle Canonica, Steffen Höld, Patrick Isermeyer, Naffie Janha, Pujan Sadri