In seiner Bearbeitung des Hamlet-Stoffes für das Theater Münster versetzt er die Handlung einige Jahre in unsere Zukunft: Die Erhitzung der Erde ist gestoppt. Zu erfolgreich. Denn nun bewohnt die Familie rund um einen erst kürzlich unter seltsamen Umständen verstorbenen Unternehmer namens Hamlet die ehemaligen Officetower der Firma ICE-Solarcorp, die mit Schuld daran trägt, dass eine neue Eiszeit die Erde in Schnee und Dunkelheit gepackt hat. Die schlaue Idee, den von allerhand Eingriffen mittlerweile völlig überhitzten Planeten durch einen weiteren Eingriff – diesmal in den Himmel selbst – wieder abzukühlen, ging schief: um etwa 20 bis 30 Grad. Als dann auch noch die hauseigene KI gespenstisch flackert und dem um sein Erbe geprellten Sohn des Unternehmers namens Hamlet langsam dämmert, dass der Tod des Vaters wohl nicht ganz zufällig geschah, entspinnt sich in den eingeschneiten Officetowers ein Showdown über Verantwortung, Rationalität und den Preis, den die Menschheit bereit ist zu zahlen, um am Leben zu bleiben.
Thomas Köck greift Motive von Shakespeare auf und befragt in „hamlet, sun off" auf seine eigene Weise die Tücken der Fortschrittserzählung. Über die Akte hinweg entwickelt er soghaft und mit zwingendem Sound – auch durch die Figuren und das Figurenmiteinander hindurch – die Widersprüche, die mit der Erzählung von grenzenlosem Wachstum bei begrenzten Ressourcen einhergehen. „ein stück über eine menschheit, die ein problem löste, indem sie ein größeres schuf. und über wahnsinn als letzte form von freiheit in einer sich zu tode optimierenden welt." (Thomas Köck)
Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich, ist einer der prägenden Theaterkünstler der Gegenwart, seine Texte werden hier wie international viel gespielt. Seit 2018 entstehen eigene Inszenierungen, musikalische Formate, Drehbücher, Hörspiele und KI-basierte Performances in wechselnden, kollektiven Zusammenhängen für Theater, Museen und Festivals. Er erhielt u. a. 2018 und 2019 zweimal in Folge den Mülheimer Dramatikerpreis, 2018 den Literaturpreis »Text und Sprache« und 2016 den Kleist-Förderpreis.
Gefördert im Rahmen von Neue Wege vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Thomas Köck inszeniert das von ihm geschriebene Auftragswerk des THEATER MÜNSTER selbst.
Regie: Thomas Köck
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Martin Miotk
Musik: Andreas Spechtl
Video: Dagmar Schürrer
Dramaturgie: Remsi Al Khalisi
Weitere Vorstellungen: So. 27.09.2026, 11.30 Uhr/Sa. 10.10.2026, 19.30 Uhr/ So. 18.10.2026, 16.00 Uhr/Fr. 23.10.2026, 19.30 Uhr/Di. 27.10.2026, 19.30 Uhr/ Fr. 06.11.2026, 19.30 Uhr/Mi. 11.11.2026, 19.30 Uhr/Sa. 21.11.2026, 19.30 Uhr/ Fr. 04.12.2026, 19.30 Uhr/Di. 15.12.2026, 19.30 Uhr/Do. 17.12.2026, 19.30 Uhr/
Di. 29.12.2026, 19.30 Uhr


