Tannhäuser reißt sich fort und geht zurück unter die Menschen und zu seiner einstigen Geliebten Elisabeth: Am Hof von Landgraf Hermann nimmt er am Sängerwettstreit teil, der die Frage beantworten soll, welcher Natur die wahre Liebe ist. Wolfram von Eschenbachs asketische Zurückhaltung beantwortet er mit einem Loblied auf direkt erlebte, unmittelbare Sinnlichkeit. Ein Affront für die verklemmte Hofgesellschaft! Nur Elisabeth hat den Mut, trotz tief gekränkter Liebe für ihn Partei zu ergreifen. Und doch ist er fortan ein Ausgestoßener, der seinen Weg zurück in die Gesellschaft hart erarbeiten muss …
Wie wollen wir leben – radikal individualistisch oder angepasst gesellschaftskonform? Wie gehen wir als Gesellschaft mit öffentlichem Fehlverhalten um? Und welche Art Kunst ist die richtige – Grenzen sprengender Tabubruch in der Avantgarde oder maßvoll reflektiertes Weiterentwickeln der Tradition? Richard Wagners »Tannhäuser« stellt seit seiner Uraufführung 1845 in Dresden große Fragen an uns und an die bürgerliche Gesellschaft. Auch Wagner rang mit diesem Stück und unterzog es für die Pariser Opéra 1861 einer erheblichen Umarbeitung, die den Konflikt der beiden Sphären dieses Stücks noch mehr zuspitzt.
Diese Kieler Neuproduktion widmet sich erstmals der »Pariser Fassung« und damit einem der großen Rätselwerke der Oper des 19. Jahrhunderts.
Besetzung
Regie Daniel Karasek
Musikalische Leitung Hendrik Vestmann | Felix Pätzold
Choreografie Alexander Abdukarimov
Bühne Raimund Bauer
Kostüme Claudia Spielmann
Video Frank Böttcher
Lichtdesign George Tellos
Dramaturgie Ulrich Frey
Choreinstudierung Gerald Krammer
Mit
Hermann Landgraf Ks. Jörg Sabrowski
Tannhäuser Michael Müller-Kasztelan
Wolfram Samuel Chan
Biterolf Matteo Maria Ferretti
Walther von der Vogelweide David Heimbucher
Heinrich der Schreiber Konrad Furian
Reinmar von Zweter Oleksandr Kharlamov
Elisabeth Agnieszka Hauzer
Venus Tatia Jibladze


