Aus Momentaufnahmen rund um die historische Hochzeit zwischen dem deutschen Kaiser Otto II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu setzt sich die fiktive Handlung des Ottone-Librettos zusammen. Es basiert auf Stefano Benedetto Pallavicinis Textbuch zu Antonio Lottis Dramma per musica Teofane, das Händel in Dresden gesehen hatte, als er dort italienische Sänger*innen für seine eigenen Projekte castete. Und in der Tat erscheint die bei Lotti titelgebende junge Braut als der eigentliche Dreh- und Angelpunkt auch von Händels Oper, die dem Genre entsprechend mit zahlreichen Verwicklungen aufwartet.
Der Londoner Uraufführung im Januar 1723 war ein vielschichtiger Entstehungsprozess vorausgegangen, in dem sich der Komponist nicht zu knapp mit den unterschiedlichen Ansprüchen der verpflichteten italienischen Gesangsstars auseinanderzusetzen hatte. Das Ergebnis wurde ein feines Geflecht aus raffinierten, eleganten, innigen Arien, deren Melodien im Kopf bleiben. Nicht von ungefähr etablierte sich Händels dritte für die Royal Academy of Music in London entstandene Oper als ein Kassenschlager, der zu Lebzeiten des Komponisten zusammen mit seinem Rinaldo die meisten Wiederaufführungen erlebte. Ein heute selten gespieltes Werk, das eine Wiederentdeckung verdient!
Text von Nicola Francesco Haym nach Stefano Benedetto Pallavicini
Uraufführung 1723, King’s Theatre, Haymarket, London
Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Václav Luks
Inszenierung: Jetske Mijnssen
Bühnenbild, Kostüme: Ben Baur
Choreografie: Dustin Klein
Licht: Jan Hartmann
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Mareike Wink
Ottone: Yuriy Mynenko
Teofane: Monika Buczkowska-Ward
Gismonda: Paula Murrihy
Adelberto: Iurii Iushkevich
Matilda: Cecelia Hall
Emireno: Jonas Müller
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Das Orchester spielt auf historischen Instrumenten in historischer Stimmung (a′ = 415 Hz).
Weitere Vorstellungen: 18. (18 Uhr), 24. Oktober, 1. (15.30 Uhr), 7., 12., 15. (18 Uhr), 21. November 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr


