Seidenweiche Wellen und Hände als Blätter beherrschen diesen Bühnenraum. Auch Animalisches kommt nicht zu kurz. Klang und Tanz werden bei "Sounding Light" sinnvoll und faszinierend miteinander verbunden. Fingerklicken und Schnalzen gehen nahtlos ineinander über. Die Tänzerinnen und Tänzer erzeugen einen großen Teil der Klangkulisse. Paarungsrituale erinnern an die Bewegungen von Vögeln und insektenartige Verrenkungen. Die Körper werden zu Instrumenten.
Die Komponisten Lim Giong und Chang Shiuan nutzen Stimme und Atem zur Beschwörung höchst suggestiver Klangflächen. Sound und Stimme von Chang Shiuan verstärken diesen subtilen Eindruck. Wind, Insekten und Vögel scheinen sich zu vermehren, intensivieren das akustische Bild. Fallender Regen und fließendes Wasser werden tänzerisch in höchst raffinierter Weise umgesetzt.
Die geistige und körperliche Konzentration erreicht so einen absoluten Höhepunkt. Konzept & Choreografie von Cheng Tsung-Iung gehen hier voll auf, die menschliche und natürliche Welt verschmelzen. Es kommt auch zu einer suggestiven Verbindung verschiedener Zeitebenen. Tsung-Iung wurde durch die COVID-Pandemie zu diesem eindrucksvollen Stück angeregt, das zudem mit Schattenspielen fasziniert. Und die hellen Kostüme von Chen Shao-yen passen sich dieser vielschschichtigen Atmosphäre an.
Das Paradies oder die Welt nach der Apokalypse sind möglich. Riesenjubel!


