
Wir finden uns wieder in Gregors akribisch beschriebenem Gedankenkarussell aus Pflicht, Zwang und Konvention, einer mit chirurgischer Präzision geführten Abhandlung über Verantwortung, Schuld und Scham und der unumkehrbaren Abwendung davon. Wir begegnen dem Fremden, dem Ent-Fremdeten (sich selbst, der Aufgabe, der Familie, der Welt): einem, der nicht (mehr) passt, der an ihn gestellte Erwartungen nicht mehr erfüllt.
Vielleicht ja auch einem, der sich selbst ermächtigt. Und vielleicht auch einer Familie, bei der die Frage aufkommen kann, wer hier eigentlich als »parasitär« gelesen werden kann, und die sich ebenfalls zur Selbstermächtigung gezwungen sieht. Am Ende bleibt die Frage, ob mit dem Tod des Käfers auch Gregor stirbt oder ob es sich bei der »Verwandlung« nicht vielmehr um eine Betrachtung von Alptraum und Befreiung handelt. Claudia Luise Bose
Zum 101. Jubiläum seines Todes gilt Franz Kafka als einer der visionärsten Autoren des 20. Jahrhunderts, der das Grauen des »Zeitalters der Extreme« (Eric Hobsbawn) vorausahnte. Viel später erkannte man in dem passionierten Liebhaber von Kino und Slapstick auch die Komik, die er seiner Tragik beimischte.
Für die Fassung wurden Ausschnitte aus dem Theaterstück »Die Verwandlung« von Philipp Löhle (nach Franz Kafka) verwendet.
Regie
Claudia Luise Bose
Bühnen- und Kostümbild
Katrin Busching
Dramaturgie
Christoph Werner
Musik
Bernhard Range
Regieassistenz
Caroline Hain
Puppenbau
Simon Buchegger
Requisite und Inspizienz
Verena Brink
mit
Franziska Dittrich
Sebastian Fortak
Nils Dreschke
Luise Friederike Hennig
Erzähler
Nils Thorben Bartling
Sa, 01.03.2025 | 20:00 Uhr | Salon Puppentheater
So, 02.03.2025 | 18:00 Uhr | Salon Puppentheater
Sa, 15.03.2025 | 20:00 Uhr | Salon Puppentheater
Sa, 22.03.2025 | 20:00 Uhr | Salon Puppentheater
Sa, 29.03.2025 | 20:00 Uhr | Salon Puppentheater
So, 30.03.2025 | 16:00 Uhr | Salon Puppentheater