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»Die Reise nach Reims« (»Il viaggio a Reims«) Komische Oper von Gioachino Rossini -

Premiere: Freitag, 24. April 2026, 19:30 Uhr, Großes Haus

Nichts geht mehr: Auf dem Weg zur Krönung Karls X. von Frankreich strandet eine Gruppe adeliger Reisender aus ganz Europa in einem Luxushotel nahe Reims – Chaos ist vorprogrammiert. Und so brechen sich auch schon bald Liebeleien, Intrigen, Eifersucht und dergleichen Bahn zwischen allen Parteien.

© Jochen Quast

Nie war Warten unterhaltsamer: Mit einer nicht enden wollenden Folge an Bravourarien feiert Rossini in seiner rasant-komischen Opera buffa den Gesang und lässt das Opernensemble zu Höchstformen auflaufen. Die Krönungsfeierlichkeiten Karls X., die tatsächlich Anlass des Kompositionsauftrages waren, verkommen dabei zur Nebensache. Stattdessen präsentiert Klamauk-Experte Rossini eine Persiflage auf die Oberflächlichkeit des Adels und die Künstlichkeit der Gattung Oper, indem er das Überkochen von Emotionen ohne angemessenen äußeren Anlass bloßstellt. Ein großer, absurder Opern-Spaß!

in Rossinis insgesamt recht kurzem aber ertragreichen Komponistenschaffen, wurde mit »Il viaggio a Reims«, ein von seiner Seite bis dato neues Feld erschlossen. In seinen 19 schaffenden Jahren schrieb Rossini insgesamt 39 Opern und prägt mit ihnen, trotz seines freiwilligen frühen Ruhestandes im Alter von nur 37 Jahren, den Opernkanon bis heute.

»Il viaggio a Reims« entstand 1825 genau zwischen seinen heute am bekanntesten Werken »Il barbiere di Sivilia« (1816), »La Cenerentola« (1817) und »Guillaume Tell« (1829) und markiert die Abkehr seiner Opernkompositionen in seiner Muttersprache Italienisch und den Beginn seiner Schaffensphase mit französischen Opern.

Geschrieben anlässlich der Krönung Karls X., konzipierte der damalige Popstar der italienischen Opernwelt mit seiner »Reise« ein entsprechendes Werk für den politischen und gesellschaftlichen Höhepunkt im Paris der 1820er Jahre und erschloss sich damit ein gänzlich neues Publikum.

Mit mehr als 15 konzipierten Rollen, darunter neun Hauptpartien, zuzüglich Chor und damals auch Ballett (das in heutigen Inszenierungen – so auch der Detmolder – meist gestrichen wird), sprengte Rossini alle damals gängige Besetzungsanzahl. Für die »vocalitá rossiniana« typisch, präsentierte der Komponist in dieser Oper dem Publikum eine bunte Palette der von ihm bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten Stimmtypen.

Ebenso bunt und verschieden, wie die Stimmtypen der jeweiligen Solist*innen, entstand eine heiter-bunte Ansammlung an Charakteren, die bei einer schlussendlich mehr oder minder vom Pech geprägten Reise aufeinandertreffen. 

Text von Luigi Balochi | in italienischer und anderen Sprachen mit deutschen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Per-Otto Johansson
Regie: Dominik Wilgenbus
Bühne und Kostüm: Sandra Münchow
Dramaturgie: Emilia Ebert
Chor: Francesco Damiani

 Mit: Theodore Brown, Hojin Chung, Emily Dorn, Euichan Jeong, Bioh Jang, Andreas Jören, Eric Jongyoung Kim, Lotte Kortenhaus, Boyoung Lee, Ricardo Llamas Márquez, Milica Milić, Jaime Mondaca Galaz, Marianna Nomikou, Felix Schmidt, Christin Stanowsky, Symphonisches Orchester, Chor und Extrachor des Landestheaters Detmold, Statisterie

 Weitere Vorstellungen: So 26.4. / So 3.5. / Fr 8.5. / Fr. 29.5. / Sa 4.7., jeweils 19:30 Uhr

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