Mit ihnen im Haus lebt auch Issie, die Tochter seines verstorbenen Bruders. Um endlich den Neuanfang wagen zu können, soll Adams Asche verstreut werden. Die Familie wartet nur noch auf Chris’ guten Freund, der auch den Umbau des Hauses leitet – und vor allem auf Annie, die ältere Tochter von Adam. Doch als Annie nach jahrelanger Abwesenheit endlich zurückkehrt, hält mit ihr auch etwas Einzug, das dem Neuanfang im Wege steht: die Forderung nach Gerechtigkeit. Unrecht, das über Jahre verdrängt wurde, dringt an die Oberfläche. Zwischen Annie und Chris entbrennt ein Kampf um die richtige Erinnerung, um Zäsur oder Aufarbeitung, und um die Möglichkeit, endlich Frieden mit der Vergangenheit zu schließen.
Mit der deutschsprachigen Erstaufführung seines Stückes »Antigone. Der Abschied« kehrt der britische Autor und Regisseur Alexander Zeldin an die Schaubühne zurück und setzt seine Untersuchung gesellschaftlicher und familiärer Beziehungskonstellationen fort. Inspiriert von Figuren, Motiven und Konflikten aus Sophokles’ Tragödie »Antigone« erzählt das Stück von Menschen, die versuchen, ihren Platz in einer Welt zu behaupten, deren soziale und emotionale Ordnungen brüchig geworden sind. Dabei richtet Zeldin wie auch schon in »Beyond Caring« oder seinen Inszenierungen »LOVE«, »Faith, Hope and Charity« und »The Confessions«, die beim FIND (Festival Internationale Neue Dramatik) zu sehen waren, den Blick erneut auf das, was im Leben oft unsichtbar bleibt: auf Verletzlichkeit, Abhängigkeit und die leisen Formen von Gewalt innerhalb familiärer und gesellschaftlicher Strukturen.
Autor: Alexander Zeldin
Regie: Alexander Zeldin
Bühne und Kostüme: Rosanna Vize
Komposition: Yannis Philippakis
Sound: Josh Anio Grigg
Dramaturgie: Nils Haarmann
Licht: James Farncombe
Mit: Holger Bülow, Jörg Hartmann, Alina Vimbai Strähler, Aya Michèle Zaghdoudi, Isaak Antwi, Julia Windischbauer
Weitere Termine:
Voraufführungen vom 21. bis 23. Oktober
26. und 27. Oktober, 29. Oktober bis 1. November, 29. bis 31. Dezember

