Abermals enttäuscht, lässt sich Orlando als Botschafter in ein fernes Kriegsgebiet versetzen, wo er eines Tages aus einem tranceartigen Schlaf als Frau erwacht. Auf der Suche nach Freiheit schreitet Orlando durch Jahrhunderte der patriarchalischen Ordnung, erlebt barocke Dekadenz, viktorianische Moral, zahlreiche Kriege und den Anbruch des digitalen Zeitalters. Orlandos nichtbinäres Kind verkörpert die Idee der fließenden Identität und stellt schließlich jede Dualität infrage. Als Dichter:in schreibt Orlando gegen Simplifizierung und Populismus an und konfiguriert als Zeitreisende:r das Jetzt immer wieder neu.
Virginia Woolf widmete ihren visionären Roman Orlando 1928 ihrer Geliebten Vita Sackville-West. Mit der 2019 uraufgeführten Oper Orlando setzt die österreichische Komponistin Olga Neuwirth die fiktive Biografie in ihre Gegenwart fort und begibt sich selbst auf eine musikalische Zeitreise von Madrigal bis Elektronik. Regisseurin Ewelina Marciniak bringt das kaleidoskopische Werk über die Fluidität von Zeit, Stil und Geschlechterrollen in dieser Neuproduktion der Komischen Oper Berlin erstmals auf eine deutsche Bühne.
Eine fiktive musikalische Biografie [2019]
Libretto von Catherine Filloux und Olga Neuwirth
nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf
Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke
Inszenierung: Ewelina Marciniak
Bühnenbild: Mirek Kaczmarek
Kostüme: Julia Kornacka
Mit: Ema Nikolovska (Orlando), Eric Jurenas (Guardian Angel), Karolina Gumos (Queen/Purity/Friend of Orlando's Child), Ulrike Helzel (Modesty), Anna Nekhames (Sasha/Chastity), Günter Papendell (Shelmerdine/Greene), u.a.
Kinderchor, Chorsolisten, Komparserie und Orchester der Komischen Oper Berlin.
Weitere Vorstellungen am 21., 24., 27., 31. Mai, letzte Vorstellung in dieser Spielzeit am 6. Juni.


