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Uraufführung: "Das grosse Feuer", Oper von Beat Furrer (*1954) nach dem Roman «Eisejuaz» von Sara Gallardo - im Opernhaus Zürich

Premiere am So 23 März 2025, 19.00 Uhr

19.03.2025
Kategorien: Schweiz, News, Oper

In seinen Opern sucht der in Schaffhausen geborene und in Österreich lebende Komponist Beat Furrer gerne Extrem- und Endpunkte des menschlichen Daseins auf. Gefilde von existenzieller Ausgesetztheit, Verwüstung und Todesnähe sind immer wieder Ausgangspunkte für seine musikdramatischen Erkundungen. Seine jüngste Oper, Das grosse Feuer, die als Auftragskomposition des Opernhauses Zürich zur Uraufführung kommt, führt in den Kosmos eines indigenen Volksstamms in Südamerika, dessen Lebensraum durch Kolonialisierung und christliche Missionierung zerstört wurde.

© Herwig Prammer

Im Zentrum steht der Anführer und Schamane Eisejuaz, ein Mann mit seherischen Fähigkeiten, der auf elende Weise an der modernen Zivilisation zugrunde geht, die mit vernichtender Gewalt in den Regenwald vorgedrungen ist. Eisejuaz steht zwischen den Kulturen, die sein Leben bestimmen: Einerseits ist er tief verwurzelt in der animistischen Spiritualität seiner indigenen Lebensgemeinschaft. Er vernimmt in dem Sägewerk, in dem er arbeitet, die Stimmen der Hölzer und hat Kontakt mit übernatürlichen Tier-Engeln. Gleichzeitig ist er geprägt von den christlichen Missionaren, in deren Station er aufwuchs. Eine «Stimme des Herrn» trägt ihm auf, ein Menschenleben zu retten. Er projiziert diesen Auftrag zu bedingungsloser Nächstenliebe auf einen widerwärtigen, rassistischen Weissen namens Pacqui, den er pflegt, bis der ihn auf schändlichste Weise verrät. Wie eine Hiob-Figur verliert Eisejuaz alles – seine Frau, sein Zuhause, seine selbstbestimmte Existenz, seine kulturelle Orientierung und schliesslich sein Leben.

Der Stoff von Beat Furrers neuer Oper, für die der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl das Libretto geschrieben hat, basiert auf einem 1971 veröffentlichten Roman der argentinischen Schriftstellerin Sara Gallardo, die im Norden Argentiniens die Lebensumstände des indigenen Stamms der Wichi recherchiert und einen Schamanen namens Eisejuaz getroffen hat. Das grosse Feuer ist Furrers erste grosse Choroper. Für die Uraufführungsproduktion hat das Opernhaus Zürich mit dem österreichischen Ensemble Cantando Admont ein hochkarätiges externes Vokalensemble engagiert, das auf zeitgenössische Partituren spezialisiert ist. Für die Inszenierung ist Tatjana Gürbaca verantwortlich, die in Zürich zu den wichtigsten Regisseurinnen der Intendanz von Andreas Homoki gehört. Der Komponist selbst wird die Uraufführung dirigieren.

Libretto von Thomas Stangl
Auftragswerk des Opernhauses Zürich
In deutscher und spanischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 2 Std. 10 Min. Keine Pause. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung Beat Furrer
Inszenierung Tatjana Gürbaca
Co-Regisseurin Vivien Hohnholz
Bühnenbild Henrik Ahr
Kostüme Silke Willrett
Lichtgestaltung Stefan Bolliger
Einstudierung Vokalensemble Cordula Bürgi
Dramaturgie Claus Spahn

Eisejuaz
Leigh Melrose
Paqui
Andrew Moore
Die alte Chahuanca 1
Cornelia Sonnleithner
Die alte Chahuanca 2
Helena Sorokina
Die alte Chahuanca 3
Piroska Nyffenegger
Aquella Muchacha
Sarah Aristidou
Selim
Christoph Brunner
Lucia 1
Friederike Kühl
Lucia 2
Patricia Auchterlonie
Mauricia, Lucias Schwester
Elina Viluma-Helling
Reverendo, Missionar
Hugo Paulsson Stove
Ayo, Schamane
Ruben Drole
Gomez
Piotr Pieron
Pocho Zavalla/Yadi, Eisejuaz Freund
Ferdinand Junghänel
Eine Frau/Stimme einer Krankenschwester
Filippa Möres Busch
Ein Jäger
David de Winter
Der hinkende Alte
Bernd Lambauer
Philharmonia Zürich
Cantando Admont
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Vorstellungen: Di 25 Mär bis Fr 11 Apr 2025

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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