Im Figurenverzeichnis des Stückes steht: »Lonnarts Freundin, Gast, auch 10 Jahre, Pink« und kurze Zeit später: »Lonnart streckt seine Hand aus nach Emulie, damit ihre Hände verschmelzen können, er möchte Emulie integrieren, ihr zeigen, dass Emulie zu ihnen gehört, wenn sie will.«
Und so wird Emulies Besuch bei Lonnart zu einem (Integrations-)Horror – ganz ohne kannibalistische Axtmörder und Blutfontänen, nur durch das Zelebrieren deutscher Mittelmäßigkeit. Mahnungen, Bereithalten für Handwerkertermine irgendwann zwischen Sonnenaufgang und Silvester, penibles Kassenzettelstudium, notorisch verspätete Bahnfahrten, Schweinenackensteaks in Kräutermarinade und allabendliches Tatort-Debattieren am Küchentisch. Park verwandelt diesen scheinbar harmlosen Alltag in ein groteskes Gruselkabinett des Spießertums, in dem Anpassungsdruck, klebrige Höflichkeit und der angstvolle Blick auf das »Andere« unheimlich lebendig werden. Am Ende lässt uns das Stück mit der unbequemen Frage zurück, welchen Preis alle Beteiligten für das Gelingen von Integration zu zahlen bereit sind.
Bonn Park, 1987 in West-Berlin geboren, zählt zu den eigenwilligsten Stimmen des zeitgenössischen Theaters. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Popkultur, Groteske und gesellschaftlicher Analyse und wurden u. a. mit dem Heidelberger Stückemarkt-Preis, dem Else-Lasker-Schüler-Preis und dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet.
Werkeinführungen: jeweils 30 Minuten vor Beginn im Studio
Inszenierung Robert Teufel
Bühne und Kostüme Nicole Zielke
Dramaturgie Erik Körner
Emulie Patricia Franke
Lonnart Edgar Sproß
Mutter Anja Andersen Rüegg
Vater Jan-Eric Meier
So, 18.10.2026 - 18 Uhr (-19.30 UHR)
Kleines Haus / Studio
Fr, 30.10.2026 - 20 Uhr (-21.30 UHR)
Kleines Haus / Studio
Sa, 14.11.2026 - 20 Uhr (-21.30 UHR)
Kleines Haus/Studio
Sa, 23.1.2027 - 18 Uhr (-19.30 UHR)
Kleines Haus/Studio

