Lorenzo da Ponte gehörte zu den glanzvollsten Persönlichkeiten am Hof von Joseph dem Zweiten Der vielbejubelte Hofdichter, der gemeinsam mit Mozart unsterbliche Werke (Don Giovanni, Die Hochzeit des Figaro, Cosi fan tutte) verfasste, die sich über die ganze Welt verbreiteten, fiel von heute auf morgen in Wien in Ungnade und floh 1805 vor seinen Gläubigern nach Amerika.
In der Neuen Welt wollte er an seine Erfolge anknüpfen, ein Opernhaus in Santa Fe eröffnen und scheiterte schließlich als Brandy-Verkäufer mit seinem Schnapswagen. Fern der höfischen Wiener Heimat versucht Lorenzo da Ponte das Opernpublikum Santa Fes von seiner Genialität zu überzeugen – und Mozart als Dilettanten zu entlarven. Turrini beschreibt das Leben von Mozarts Librettisten zwischen der Sehnsucht nach Unsterblichkeit – und der Angst vor der Bedeutungslosigkeit, zwischen Erhabenheit und Lächerlichkeit.
Regie: Janusz Kica
Bühnenbild und Kostüme: Karin Fritz
Dramaturgie: Matthias Asboth / Jacqueline Benedikt
Licht: Manfred Grohs
Mit:
Herbert Föttinger (Lorenzo Da Ponte)
Maria Köstlinger (Nancy Krahl)
Marianne Nentwich (Dorka Dušková alias Dolly Delors, als Fünfundneunzigjährige)
Juliette Larat (Dorka Dušková alias Dolly Delors, als Vierzehnjährige)
Raphael von Bargen (James N. Brodnik)
Marcello De Nardo (Castor / Billy Walker)
Ljubiša Lupo Grujčić (Pollux / Billy Walker)
Félix Kama (Bambus Willkinson)
Johannes Seilern (Ben Warren)
Alexander Strömer (Don Giovanni alias Manuel Rodriguez García)
In den Gassen von Wien trällerten die Kellnerburschen die Worte meiner Lieder.
Mein Stück „Was für ein schönes Ende“ handelt von einem Menschen, der zu den glanzvollsten Erscheinungen Wiens gehörte und aus ebendieser Stadt vertrieben wurde. Er schrieb unsterbliche Werke, die sich über die ganze Welt verbreiteten, aber noch zu seinen Lebzeiten verschwand sein Name von allen Plakaten. Ich rede von Lorenzo da Ponte, der eigentlich Emanuele Conegliano hieß und ein Jude aus dem Ghetto von Venedig war. Der ein vielbejubelter Hofdichter Joseph des Zweiten wurde, und der von heute auf morgen in Ungnade fiel. Der Schulden machte und vor seinen Gläubigern nach Amerika floh. Der bei seinen Versuchen, in der neuen Welt Fuß zu fassen, scheiterte. Der als Brandyverkäufer mit einem Schnapswagen herumtingelte und der am italienischen Friedhof in New York als weithin Unbekannter begraben wurde. Schon wenige Jahre nach seinem Tod wurde der Friedhof eingeebnet und seither steht auf seinem Grab die amerikanische Zentrale von Kraft’s Ketchup.
Seit Jahrzehnten fasziniert mich sein Leben zwischen hellstem Licht und großer Dunkelheit, zwischen Erhabenheit und Lächerlichkeit.
Im Jahre 2000 habe ich über ihn eine Novelle geschrieben, zwei Jahre später ein Drama und jetzt habe ich für das Theater in der Josefstadt eine Neufassung des Stoffes verfaßt, in welchem die Beziehung Da Pontes zu seiner Frau Nancy Krahl in den Mittelpunkt gerückt wird. Mein Motto, daß dieses Leben eine komische Katastrophe sei, gilt auch für mein dramatisches Tun.
Ihr Peter Turrini
Vorstellungen bis 30. Juni 2026
APR
27. GENERALPROBE | 29. PREMIERE
28. | 30.
MAI
1. | 4. | 18:00 Uhr | 5. | 6. | 11. | 15. | 20. | 21. | 23. | 24. NM | 28. | 29.
Beginn jeweils 19.30 Uhr


