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Uraufführung: "Replay" von Yael Ronen - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

Premiere 14. Dezember 2024, 20 Uhr | Saal A

Ein Gastspiel mit Folgen: 1987 bricht eine gefeierte Opernsängerin aus der DDR zu einem Engagement nach Bayreuth auf und bleibt dort. Sie lässt ihren Ehemann und ihre Töchter Lotte und Luise in Dresden zurück. Dieser Schritt verändert die Lebenswege aller vier für immer. Nach der Wende werden die beiden ungleichen Schwestern zu zeitgenössischen Variationen des doppelten Lottchens. Als erwachsene Frauen wiederholen und variieren sie Konflikte, Neurosen und Verhaltensmuster aus der Vergangenheit bis in die nächste Generation fast vierzig Jahre später.

© Ivan Kravtsov

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen – vielleicht nie exakt auf dieselbe Weise, aber doch zyklisch wie die Jahreszeiten: Auf jede Hochphase folgen erneut das Erwachen, der Zweifel, schließlich die Auflösung und dann die Krise – auf die wiederum ein neues Hoch folgt. Das gilt für Gesellschaften sowie für Familien- und Beziehungsstrukturen, in denen sich ungelöste Probleme wiederholen, Solidaritäten und Antipathien von Generation zu Generation variieren.

Yael Ronen erkundet in der bitterbösen Familienkonstellation »Replay« diese immer wiederkehrenden Muster, Wiederholungsschleifen und Echos, die ein Ereignis in der Vergangenheit haben kann. Können wir uns von den Wurzeln der Vergangenheit befreien, oder sind wir dazu verdammt, in endlosen Wiederholungsschleifen gefangen zu sein? In ihrer neuesten Stückentwicklung »Replay« erkundet Autorin und Regisseurin Yael Ronen anhand einer Familienkonstellation die immer wiederkehrenden Muster und Echos, die Ereignisse der Vergangenheit haben können.

Zuletzt feierte Yael Ronen mit »Bucket List«, einer musikalischen Halluzination über eine überwältigende Gegenwart, in der vergangenen Spielzeit Premiere an der Schaubühne. Der Theaterabend, den sie zusammen mit dem Komponisten und Songwriter Shlomi Shaban entwickelte, wurde zum Theatertreffen 2024 eingeladen.

Yael Ronen wurde 1976 in Jerusalem geboren. Sie studierte Szenisches Schreiben am HB Studio in New York und Regie am Seminar HaKibbutzim in Tel Aviv. An der Schaubühne zeigte Yael Ronen zunächst beim FIND ihre in Israel entwickelten Stücke. Zusammen mit dem Ensemble der Schaubühne sowie mit palästinensischen und israelischen Schauspieler_innen entwickelte sie die Arbeiten »Dritte Generation« (2009) sowie »The Day Before the Last Day« (2011). Von 2015 bis 2023 war sie Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater. Seit der Spielzeit 2023/24 inszeniert Yael Ronen wieder regelmäßig an der Schaubühne

Übersetzung von Irina Szodruch

Regie: Yael Ronen
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Yaniv Fridel / Ofer (OJ) Shabi
Video: Stefano Di Buduo
Licht: James Farncombe
Dramaturgie: Nils Haarmann / Irina Szodruch

Mit: Christoph Gawenda, Carolin Haupt, Eva Meckbach, Ruth Rosenfeld, Renato Schuch

Mo 16.12.
20.00
Di 17.12.
20.00
Mi 18.12.
20.00
Do 23.01.
19.30
Fr 24.01.
19.30
Sa 25.01.
19.30
So 26.01.
19.00

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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