Dort entdeckte der Historiker und Aktivist Juri Dmitrijew die sterblichen Überreste von Tausenden Opfern der sogenannten »Stalinistischen Säuberungen«. Auf der Suche nach der Wahrheit verweben sich Vergangenheit und Gegenwart: Aus der Suche nach einem einzelnen Urgroßvater wird ein Erinnern an die unzähligen Menschen, die dem »Großen Terror« zum Opfer fielen.
Die Komposition von Yana Shliabanska, die derzeit am IRCAM – dem seit 1978 weltweit führenden Institut für elektroakustische Musik in Paris – studiert, schafft durch ihr kammermusikalisches Format eine besondere Intimität. Stimmen treten fast flüsternd hervor, Szenen entfalten sich in engen Räumen, und das Publikum wird unweigerlich in den Dialog mit der Vergangenheit hineingezogen. Die ukrainische Regisseurin Anastasiia Verveiko, die das Konzept zu diesem Werk entwickelte, beschreibt Der Elefant im weißen Meer als eine Oper über die Unmöglichkeit des endgültigen Vergessens, über die Notwendigkeit des Erinnerns – und über die Überzeugung, dass die Gegenwart ohne einen ehrlichen Blick in die Vergangenheit nicht bestehen kann.
Libretto von Anastasiia Verveiko
Musikalische Leitung Paul Drouet
Inszenierung Anastasiia Verveiko
Bühne Moritz Nitsche
Live-Elektronik Yana Shliabanska
Bassklarinette Erich Wagner
Violoncello KM Gerald Manske
Dramaturgie Gregor Schima
Ballerina Theresa Zschunke
Suchorukow / Stepan Wassiljewitsch / Staatsanwalt Karaedow Alexander Argirov
Pronkin/Historiker Edilson Silva Junior
Liza Switlytschna Mikayla Jensen-Large
Lizas Mutter Joslyn Rechter
Lizas Großmutter Anita Wichmann , Sabine Hosan


