Doch die Obsession zur Selbstkontrolle kann nicht über die emotionale Leere in ihrem Leben hinwegtäuschen, wie sie sich anfühlt, die Liebe, das weiß sie auch mit Anfang vierzig noch immer nicht so richtig. In ihrer Fantasie führt sie zwar eine hocherotische Beziehung zu Philipp, einem Vorstandsmitglied der Firma, in der sie arbeitet (dort werden Selbstverteidigungsvideos für Frauen vertrieben), doch dieser alte Sack ist seinerseits verknallt in eine viel zu junge Frau und fragt für diese Liebe ausgerechnet bei Cheryl mit obszönen SMS um Erlaubnis.
Da ist es verständlicherweise ein nahezu seismischer Schock, als plötzlich Clee bei ihr einzieht, eine Frau halb so jung wie Cheryl, mit langen, blonden Haaren, stinkenden Füßen und einer, gelinde gesagt, recht unverstellten Art. Erst macht sie sich nur auf dem Sofa breit, wenig später stellt sie Cheryls gesamtes Leben in Frage: Ist es möglich, dass sie sich etwa in diese Frau verliebt hat?
aus dem Englischen von Stefanie Jacobs in einer Fassung von Sarah Kurze
REGIE Sarah Kurze
Bühne Diana Berndt
Kostüme Katharina Achterkamp
Musik Marcel Braun, Samuel Wiese
Licht Kristina Jedelsky
Dramaturgie Johann Otten
Mit Maren Eggert

